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Der britische Journalist, der die Frau ausfindig gemacht hatte, die als mögliche Vorlage für Martha, die Figur aus der erfolgreichen Netflix-Serie Baby Reindeer, gilt, erklärte, er habe nach der Veröffentlichung seines Interviews hartnäckige Anrufe und einschüchternde Nachrichten erhalten.
Neil Sears, Interviewer der Zeitung Daily Mail, berichtete aus erster Hand, dass die Frau ihn wiederholt angerufen und zahlreiche Sprachnachrichten auf seiner Mailbox hinterlassen habe. Seiner Darstellung zufolge hielt der Kontakt mehrere Tage lang an.
Die Anrufe und Nachrichten, die Neil Sears erhielt
Dem Journalisten zufolge tätigte die Frau am Tag des Interviews mehrere Anrufe und meldete sich auch an den folgenden Tagen erneut. In den Audios soll sie ihre Wut über Richard Gadd, den Schöpfer und Hauptdarsteller der Serie, geäußert sowie Mitglieder der Produktion und schottische Politiker kritisiert haben, die mit früheren Anzeigen in Verbindung standen.
Zu den intensivsten Vorfällen gehörten 19 Anrufe und 18 Sprachnachrichten. Zusammengenommen sollen die Audios etwa 40 Minuten lang gewesen sein. Die Frau äußerte ihre Wut, weil sie ihrer Ansicht nach keine angemessene Gelegenheit gehabt habe, auf die in der fiktionalen Darstellung wiedergegebenen Vorwürfe zu reagieren.
Das Bild, das diese Nachricht häufig begleitet, zeigt Jessica Gunning, die Schauspielerin, welche Martha verkörpert. Es handelt sich nicht um ein Foto der von den Medien genannten Frau, sondern um die Figur, die Donny – gespielt von Richard Gadd – innerhalb der Serie stalkt.
Die rechtliche Warnung an den Journalisten
Unter den der Interviewten zugeschriebenen Nachrichten findet sich eine deutliche Warnung: „Wenn du dich mir noch einmal näherst, werde ich rechtliche Schritte einleiten und sowohl dich als auch die Zeitung und die Person verklagen, die den Artikel mit dir geschrieben hat“.
Sie soll außerdem verlangt haben, dass die Zeitung Sears entlässt. Obwohl mehrere ihrer Äußerungen als einschüchternd interpretiert wurden, bezog sich ein Teil des Inhalts auf ihre Absicht, rechtliche Schritte gegen den Journalisten und das Medium einzuleiten.
Dem veröffentlichten Bericht zufolge beschränkte sich die Aktivität nicht auf die Anrufe. In den darauffolgenden Tagen soll die Frau auch weiterhin aggressive Kommentare über Facebook verbreitet haben.
Wer die Frau sein soll, die Martha in „Baby Reindeer“ inspiriert hat
Die Daily Mail vermied es zunächst, ihre Identität, ihren Namen und ihr Foto zu veröffentlichen. Andere Medien nannten jedoch Fiona Harvey, eine 58-jährige schottische Anwältin, als mutmaßliche Vorlage für die Figur. Diese Identifizierung ist im Rahmen der von der Presse veröffentlichten Darstellungen zu verstehen.
Harvey wies die Art und Weise zurück, wie sie dargestellt wurde, und warf Gadd vor, die Serie zu nutzen, um sie zu belästigen. „Er schikaniert eine ältere Frau im Fernsehen, um Ruhm und Reichtum zu erlangen“, erklärte sie. Wenn du ihre Version genauer kennenlernen möchtest, kannst du auch die Informationen über das Interview lesen, das die mutmaßliche reale Stalkerin der Serie gegeben hat.
Der Fall löste eine heikle Debatte über die Grenzen zwischen einer von realen Ereignissen inspirierten Geschichte, Privatsphäre und öffentlicher Bloßstellung aus. Auch wenn eine Fiktion Namen und Details verändert, können Zuschauer versuchen, die beteiligten Personen zu identifizieren. Und wenn das geschieht, können die Folgen weit über den Bildschirm hinausreichen.