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Wie Alkohol das Herz beeinflusst
Alkohol wird häufig mit Feiern und entspannten Momenten verbunden, doch seine Auswirkungen auf das Herz verdienen Aufmerksamkeit. Einige von der Amerikanischen Herzgesellschaft vorgestellte Untersuchungen bringen häufigen oder übermäßigen Konsum mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Veränderungen in Verbindung.
Eines der untersuchten Ergebnisse weist darauf hin, dass selbst kleine Mengen Stressmechanismen in den Herzmuskelzellen aktivieren können. Dazu gehört ein Protein namens JNK2, das mit Veränderungen in der Art verbunden ist, wie das Herz seinen Rhythmus reguliert.
Das bedeutet nicht, dass ein Glas zwangsläufig eine Herzrhythmusstörung auslöst. Das Risiko hängt von der Menge, der Häufigkeit, dem bisherigen Gesundheitszustand, Medikamenten und weiteren persönlichen Faktoren ab. Dennoch stellt es die Vorstellung infrage, dass Alkoholkonsum gut für das Herz sei.
Wenn du keinen Alkohol trinkst, musst du nicht damit anfangen, um deine Herz-Kreislauf-Gesundheit zu schützen. Und wenn du Alkohol konsumierst, kann es dir helfen, deine Grenzen zu kennen und bewusstere Entscheidungen zu treffen.
Welche Alkoholmenge als übermäßig gilt
Viel Alkohol in kurzer Zeit zu trinken, stellt eine besonders starke Belastung für den Körper dar. Als Orientierung gilt: Fünf Getränke innerhalb von etwa zwei Stunden bei Männern oder vier bei Frauen werden als Rauschtrinken beziehungsweise exzessiver Alkoholkonsum betrachtet.
Dieses Muster kann das Auftreten von Vorhofflimmern begünstigen, einer Herzrhythmusstörung, bei der die oberen Herzkammern schnell und unregelmäßig schlagen. Manche Menschen spüren Herzklopfen, Atemnot, Schwäche, Schwindel oder Druck in der Brust. Andere bemerken möglicherweise keine eindeutigen Symptome.
Dr. Saugat Khanal, einer der Autoren der zitierten Untersuchung, erklärte, dass während Feierlichkeiten die Fälle des sogenannten „Holiday-Heart-Syndroms“ zunehmen. Dabei handelt es sich um Herzrhythmusstörungen, die mit einem hohen Alkoholkonsum verbunden sind – auch bei Menschen ohne bekannte Vorerkrankungen.
Deshalb ist es sinnvoll, zu vermeiden, dass sich mehrere Gläser innerhalb weniger Stunden summieren. Wasser zwischen den Getränken hebt die Wirkung des Alkohols nicht auf, kann dir jedoch helfen, langsamer zu trinken. Es kann außerdem hilfreich sein, vorher zu essen, ein Limit festzulegen und ein alkoholfreies Getränk einzuplanen, damit du nicht unter sozialem Druck entscheiden musst.
Auf Alkohol zu verzichten oder den Konsum zu reduzieren, kann diese Risiken verringern. Wenn du dich eingehender informieren möchtest, kannst du Trinken wir zu viel Alkohol? Was die Wissenschaft sagt lesen.
Alkohol, Frauen und Östrogentherapie
Eine weitere vorgestellte Studie untersuchte, wie Alkohol den weiblichen Körper unterschiedlich beeinflussen könnte, insbesondere bei einer Östrogenersatztherapie.
Obwohl Östrogen an verschiedenen Mechanismen des Herz-Kreislauf-Schutzes beteiligt ist, garantiert die Kombination mit Alkohol keine günstige Wirkung. Die untersuchten Ergebnisse legen nahe, dass diese Wechselwirkung einige Herzfunktionen beeinträchtigen könnte. Ein Teil dieser Erkenntnisse stammt aus experimentellen Modellen, weshalb weitere Forschung nötig ist, um ihre Bedeutung für Menschen besser zu verstehen.
Dr. Syed Anees Ahmed, der an dieser zweiten Arbeit beteiligt war, betonte, wie wichtig es ist, dass Frauen während der Wechseljahre besonders vorsichtig sind. In dieser Lebensphase können sich der Alkoholstoffwechsel, der Schlaf, der Blutdruck und die Reaktion des Körpers auf Stress verändern.
Wenn du eine Hormontherapie erhältst, solltest du die Behandlung nicht eigenmächtig absetzen oder verändern. Es ist ratsam, mit deiner medizinischen Fachperson darüber zu sprechen, wie viel und wie häufig du trinkst und ob Wechselwirkungen mit deinen Medikamenten bestehen.
Wie du deinen Alkoholkonsum senken und dein Herz schützen kannst
Mäßigung hilft, aber es gibt keine Alkoholmenge, die für alle Menschen völlig risikofrei ist. Zudem gibt es Situationen, in denen du Alkohol besser meiden solltest, etwa in der Schwangerschaft, bei bestimmten Erkrankungen, einigen medizinischen Behandlungen, beim Autofahren oder bei einer Vorgeschichte von Abhängigkeit.
Diese einfachen Maßnahmen können dir helfen:
- Entscheide vor dem Ausgehen, wie viele Getränke du trinken wirst.
- Trinke langsam und vermeide es, bei schnellen Trinkrunden mitzumachen.
- Wechsle jedes alkoholische Getränk mit Wasser oder einer alkoholfreien Option ab.
- Nutze Alkohol nicht, um Ängste, Traurigkeit oder Schlaflosigkeit zu lindern.
- Achte darauf, ob es dir schwerfällt aufzuhören, sobald du begonnen hast.
Du kannst auch das Ritual verändern, ohne auf Genuss zu verzichten: Wasser mit Früchten, kalte Tees, alkoholfreie Cocktails oder ein kohlensäurehaltiges Getränk können eine Feier ebenso begleiten. Wichtig ist nicht, ein alkoholisches Glas in der Hand zu halten, sondern den Moment miteinander zu teilen.
Wenn anhaltendes Herzklopfen, Brustschmerzen, Ohnmacht oder Atembeschwerden auftreten, suche sofort ärztliche Hilfe. Auf die Signale deines Körpers zu hören, ist ebenfalls eine konkrete Art, dein Herz zu schützen. Wenn du das nächste Mal anstößt, dann aus einer bewussten Entscheidung heraus und nicht wegen des Drucks deines Umfelds.