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Warum aktives Spielen für Kinder wichtig ist
An einem Nachmittag im Park rennen, springen und erfinden Kinder Herausforderungen und spielen mit einer Energie, die unerschöpflich scheint. Auch wenn es für sie einfach nur Spaß ist, erfüllen diese Momente eine wesentliche Funktion für ihre Entwicklung.
Körperliche Aktivität bei Kindern fördert die Gesundheit von Herz, Muskeln und Knochen. Sie hilft außerdem dabei, Koordination, Gleichgewicht und motorische Fähigkeiten zu entwickeln. Darüber hinaus kann sie zum emotionalen Wohlbefinden, zur sozialen Entwicklung und zu einer besseren Schlafqualität beitragen.
Wer freut sich nicht darüber, seine Kleinen gesund aufwachsen, Kontakte knüpfen und sich mit Freude bewegen zu sehen?
Für Kinder und Jugendliche im Schulalter lautet die allgemeine Empfehlung, mindestens 60 Minuten täglich moderat bis intensiv körperlich aktiv zu sein. Die Bedürfnisse verändern sich jedoch je nach Alter. Von einem Kleinkind wird nicht dasselbe erwartet wie von einem Jugendlichen.
Wie viel Bewegung Kinder je nach Alter brauchen
Im ersten Lebensjahr sollte Bewegung mehrmals über den Tag verteilt durch sichere Spiele auf dem Boden stattfinden. Wenn sich das Baby noch nicht fortbewegt, kann es kleine Zeiträume in Bauchlage verbringen, während es wach ist und von einem Erwachsenen beaufsichtigt wird.
Zwischen 1 und 2 Jahren wird empfohlen, etwa 180 Minuten körperliche Aktivität über den Tag verteilt zu sammeln. Das bedeutet nicht, drei Stunden lang eine Trainingseinheit zu machen. Gehen, Tanzen, mit einem Ball spielen, mit Unterstützung Stufen hinaufsteigen oder einen sicheren Bereich erkunden, zählt ebenfalls.
Zwischen 3 und 4 Jahren bleibt der Richtwert bei 180 Minuten pro Tag. Mindestens 60 Minuten davon sollten etwas lebhafteren Spielen entsprechen, die an die Fähigkeiten des Kindes angepasst sind. Rennen, Seifenblasen jagen, springen oder Fahrrad fahren können Bewegung in ein Abenteuer verwandeln.
Ab dem Alter von 5 Jahren gilt üblicherweise der Richtwert von 60 Minuten moderater bis intensiver Aktivität täglich. Die Zeit kann auf mehrere Momente verteilt werden: zu Fuß zur Schule gehen, in der Pause spielen, Sport treiben oder Fahrrad fahren.
Es ist nicht nötig, jede Minute am Stück zu absolvieren. Zehn Minuten Tanzen, zwanzig Minuten Spielen im Park und eine halbe Stunde Schwimmen können zusammen einen sehr aktiven Tag ergeben.
Welche körperlichen Aktivitäten für Kinder am besten sind
Abwechslung ist wichtig. Kinder brauchen Ausdaueraktivitäten, aber auch Spiele, die Muskeln und Knochen stärken. Werfen, Fangen, Klettern, Springen und Richtungswechsel fördern unterschiedliche Fähigkeiten.
- Ausdauerbewegung: rennen, schwimmen, tanzen, zügig gehen oder Fahrrad fahren.
- Altersgerechtes Krafttraining: klettern, an Klettergerüsten spielen, krabbeln oder das eigene Körpergewicht einsetzen.
- Knochenstärkung: springen, rennen und Spiele mit kleinen Belastungsstößen spielen.
- Koordination: einen Ball werfen, das Gleichgewicht halten oder Bewegungsparcours bewältigen.
Die Aktivität sollte an Alter, Gesundheit und Entwicklung jedes Kindes angepasst werden. Außerdem ist es ratsam, bei Bedarf Schutzausrüstung zu verwenden, Wasser anzubieten und intensive Bewegung bei extremen Temperaturen zu vermeiden.
Wie man Gewohnheiten für körperliche Aktivität ohne Druck schafft
Eltern und Betreuungspersonen können ein Umfeld schaffen, in dem Bewegung ein natürlicher und angenehmer Teil des Alltags ist. Die Kombination aus organisierten Aktivitäten und freiem Spiel bietet meist ein gesundes Gleichgewicht.
Der Forscher Russ Jago hat darauf hingewiesen, dass es schwierig erscheinen kann, die tägliche Stunde zu erreichen. Es wird jedoch leichter, wenn Pausen, aktive Wege und Freizeitaktivitäten nach der Schule zusammengerechnet werden. Jede Bewegungsphase zählt.
Auch das Vorbild der Familie hat Einfluss. Wenn ein Kind sieht, dass Erwachsene spazieren gehen, tanzen oder Zeit im Freien verbringen, nimmt es Aktivität eher als etwas Alltägliches wahr. Du kannst eine Schatzsuche organisieren, nach dem Essen gemeinsam spazieren gehen oder das Kind für ein paar Minuten die Musik zum Tanzen auswählen lassen.
Es hilft auch, lange Bildschirmzeiten schrittweise und realistisch zu reduzieren. Es geht nicht darum, sie vollständig zu verbieten, sondern attraktive Alternativen anzubieten. Wenn du zusätzlich auf die Ernährung achten möchtest, kann dir dieser Artikel darüber helfen, wie man Junkfood bei Kindern vermeidet.
Vorteile von Bewegung für Konzentration und Wohlbefinden
Die Vorteile beschränken sich nicht auf die körperliche Fitness. Bewegung ermöglicht es, Anspannung abzubauen und soziale Fähigkeiten zu üben, etwa abzuwarten, bis man an der Reihe ist, zusammenzuarbeiten und mit kleinen Frustrationen umzugehen.
Simon Cooper von der Nottingham Trent University hat erklärt, dass selbst kurze Bewegungseinheiten vorübergehend Funktionen fördern können, die mit Aufmerksamkeit und Entscheidungsfindung zusammenhängen. Eine aktive Pause vor den Hausaufgaben kann einigen Kindern helfen, sich anschließend motivierter wieder hinzusetzen.
Wenn sich dein Kind wenig bewegt, vermeide es, Sport als Strafe einzusetzen. Achte darauf, was ihm Freude macht. Vielleicht mag es keinen Fußball, dafür aber Tanzen, Inlineskaten, Schwimmen, mit dem Hund spazieren gehen oder Fangenspiele. Die beste Aktivität ist diejenige, die es sicher ausüben kann, die ihm Freude bereitet und die es wiederholen möchte.
Es ist auch wichtig, auf den eigenen Körper zu hören. Starke Erschöpfung, Schmerzen, Schwindel oder ungewöhnliche Atemnot erfordern, die Aktivität zu beenden und eine medizinische Fachperson zu konsultieren. Für die meisten Kinder sollte sich Bewegung wie Spiel, Entdeckung und Freude anfühlen – nicht wie eine Leistungsanforderung.