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Durch die globale Erwärmung werden Hitzewellen immer häufiger, intensiver und länger. Für jeden Menschen können sie erschöpfend sein, doch während der Schwangerschaft erfordern sie besondere Aufmerksamkeit.
Dein Körper arbeitet bereits stärker, um sich an die Veränderungen dieser Lebensphase anzupassen. Deshalb können hohe Temperaturen dazu führen, dass du dich schneller müde, schwindelig oder überhitzt fühlst. Es geht nicht darum, in Angst zu leben, sondern darum, vorausschauend zu handeln, Warnzeichen zu erkennen und die Hitzeeinwirkung zu verringern.
Warum wirkt sich Hitze während der Schwangerschaft stärker aus?
Während der Schwangerschaft nimmt das Blutvolumen zu, und das Herz leistet zusätzliche Arbeit. Auch der Stoffwechsel verändert sich, wodurch sich das Wärmeempfinden verstärken kann. Anders gesagt: Es ist, als würdest du den ganzen Tag über eine kleine Wärmequelle mit dir tragen.
Dr. Priyanka Suhag von der Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie des CK Birla Hospital erklärt, dass starke Umgebungshitze die Körperkerntemperatur erhöhen kann. Wenn der Organismus sich nicht ausreichend abkühlen kann, kann es zu Hyperthermie kommen.
Außerdem verliert der Körper über den Schweiß Wasser und Mineralsalze. Wenn du diese Flüssigkeit nicht ersetzt, kannst du dehydrieren. Das verringert das zirkulierende Blutvolumen und könnte die Durchblutung der Plazenta vorübergehend beeinträchtigen.
Das Risiko hängt nicht allein von der Temperatur ab. Auch die Luftfeuchtigkeit, die Dauer der Hitzeeinwirkung, körperliche Aktivität, Belüftung, Kleidung und dein Gesundheitszustand spielen eine Rolle. Ein sehr feuchter Tag kann besonders belastend sein, weil Schweiß schlechter verdunstet.
Für dein tägliches Wohlbefinden ist es außerdem sinnvoll, auf Erholung und die Hygiene im Schlafzimmer zu achten. Es kann hilfreich sein zu lesen, warum es für deine Gesundheit und Erholung wichtig ist, Bettwäsche wöchentlich zu waschen.
Risiken extremer Hitze für Mutter und Baby
Eine längere Einwirkung extremer Temperaturen wird mit einem erhöhten Risiko für Dehydrierung, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag in Verbindung gebracht. Sie kann außerdem einen Blutdruckabfall, Schwindel und Ohnmacht begünstigen – mit der zusätzlichen Gefahr eines Sturzes.
Einige Studien bringen eine intensive und anhaltende Hitzeexposition mit einem erhöhten Risiko für Frühgeburten und niedriges Geburtsgewicht in Verbindung. Mütterliche Hyperthermie in den ersten Wochen, insbesondere wenn sie stark und lang anhaltend ist, wurde auch mit Neuralrohrdefekten verknüpft.
Das bedeutet nicht, dass ein paar Stunden Hitze zwangsläufig ein Problem verursachen. Medizinische Zusammenhänge beziehen sich auf Wahrscheinlichkeiten und Risikofaktoren, nicht auf unausweichliche Folgen. Trotzdem ist es ratsam, schnell zu handeln, wenn du das Gefühl hast, dass dein Körper nicht mehr abkühlen kann.
Symptome von Dehydrierung und Hitzschlag in der Schwangerschaft
Achte auf Anzeichen wie starken Durst, trockenen Mund, Kopfschmerzen, Schwäche, Krämpfe, Übelkeit, Schwindel, Herzklopfen oder sehr wenig und sehr dunklen Urin. Wenn diese auftreten, unterbrich die Aktivität, suche einen kühlen Ort auf, ziehe unnötige Kleidung aus und trinke Wasser in kleinen Schlucken.
Verwirrtheit, Ohnmacht, Atemnot, sehr heiße Haut, erhöhte Körpertemperatur oder die Unfähigkeit, Flüssigkeit bei sich zu behalten, erfordern dringend ärztliche Hilfe.
Du solltest dich auch ärztlich beraten lassen, wenn regelmäßige Wehen, Blutungen, Flüssigkeitsabgang oder eine auffällige Verringerung der Bewegungen deines Babys auftreten, sobald du diese normalerweise spürst. Im Zweifel rufe dein geburtshilfliches Betreuungsteam oder den Notdienst in deiner Region an.
So schützt du dich während einer Hitzewelle in der Schwangerschaft
- Trinke regelmäßig: Warte nicht, bis du sehr durstig bist. Nimm eine Wasserflasche mit und trinke über den Tag verteilt kleine Schlucke. Falls dein Arzt dir wegen einer Erkrankung eine Begrenzung der Flüssigkeitsmenge empfohlen hat, halte dich daran.
- Suche kühle Orte auf: Nutze Ventilatoren, Klimaanlagen oder klimatisierte öffentliche Räume. Eine kühle Dusche oder feuchte Tücher auf Nacken und Handgelenken können helfen, das Wärmeempfinden zu senken.
- Meide die heißesten Stunden: Plane Erledigungen und Ausflüge möglichst für den frühen Morgen oder den Abend. Sieh dir die Wettervorhersage an und achte auf Wetterwarnungen.
- Reduziere körperliche Anstrengung: Treibe unter der Sonne keinen intensiven Sport. Wenn du laufen musst, mache häufig Pausen und halte beim ersten Schwindelgefühl, bei Kopfschmerzen oder Schwäche sofort an.
- Wähle passende Kleidung: Trage weite, leichte Kleidung in hellen Farben. Auch ein breitkrempiger Hut und der Aufenthalt im Schatten machen einen Unterschied.
- Achte auf deine Getränke: Meide Alkohol und begrenze Koffein gemäß den üblichen Empfehlungen für die Schwangerschaft. Sehr zuckerhaltige Getränke sollten Wasser nicht ersetzen.
Was du tun kannst, wenn du bei großer Hitze nach draußen musst
Bereite vor dem Losgehen ein kleines „Frische-Set“ vor: Wasser, Hut, Sonnencreme, einen Fächer und ein feuchtes Tuch in einem Beutel. Wähle Wege mit Schatten und Orte, an denen du dich hinsetzen kannst. Es ist außerdem eine gute Idee, einer vertrauten Person Bescheid zu geben, wenn du mehrere Stunden unterwegs sein wirst.
Wenn du mit dem Auto unterwegs bist, lüfte es vor dem Einsteigen und bleibe niemals in einem geschlossenen, geparkten Fahrzeug sitzen. Die Temperatur im Innenraum kann sehr schnell ansteigen, selbst wenn es draußen nicht extrem heiß wirkt.
Auch Erholung ist wichtig. Heiße Nächte können den Schlaf unterbrechen und die Müdigkeit am nächsten Tag verstärken. Wenn dir das häufig passiert, kannst du diesen Artikel darüber lesen, was du tun kannst, wenn du um 3 Uhr morgens aufwachst und nicht wieder einschlafen kannst.
Dich während einer Hitzewelle zu schützen, bedeutet nicht, alles perfekt machen zu müssen. Manchmal reicht es, die Uhrzeit eines Ausflugs zu ändern, Hilfe anzunehmen oder anzuhalten, bevor du völlig erschöpft bist. Höre auf deinen Körper und spiele Beschwerden nicht herunter, nur weil „es eben heiß ist“. Dein Wohlbefinden schützt auch dein Baby. 💧