Inhaltsverzeichnis
- Wie bestimmte Fette und Gewürze die Aufnahme von Vitaminen verbessern
- Fettlösliche Vitamine und Carotinoide: warum sie Fett brauchen
- Schwarzer Pfeffer: vom Symbol des Reichtums zum Nährstoffverstärker
- Die Rolle gesunder Öle in Salaten und pflanzlichen Gerichten
- Wenn die Aufnahme versagt: Malabsorption, Stress und Darmgesundheit
- Praktische Tipps, um Nährstoffe jeden Tag besser zu nutzen
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Wie bestimmte Fette und Gewürze die Aufnahme von Vitaminen verbessern
Während Jahren wurde die Vorstellung wiederholt, dass man für eine gesunde Ernährung fast alle Fette vermeiden müsse. Neuere Forschungen zeigen jedoch etwas ganz Anderes. Kleine Mengen an
gesunden Fetten und bestimmten
gewissen Gewürzen in der täglichen Ernährung können die
Aufnahme fettlöslicher Vitamine und Carotinoide vervielfachen und so die Verwertung der in Gemüse und pflanzlichen Lebensmitteln enthaltenen Nährstoffe verbessern.
In der Beratung treffe ich häufig Menschen, die viele Salate, gedämpftes Gemüse und Obst essen, aber weiterhin unter
Müdigkeit, blasser Haut oder Blutwerten mit Vitamin‑D‑ oder A‑Mangel leiden. In vielen Fällen liegt das Problem nicht im Was sie essen, sondern
wie sie es kombinieren.
Ein Esslöffel guten Öls, eine Handvoll Nüsse oder etwas schwarzer Pfeffer können einen echten Unterschied für die Bioverfügbarkeit dieser Nährstoffe machen.
Ernährungs‑Kuriosum: Traditionell kombinierten viele Kulturen bereits Fett mit pigmentreichen Pflanzen. Das mediterrane Sofrito aus Olivenöl mit Tomate und Paprika oder indische Currys mit Ghee und Gewürzen sind empirische Beispiele dessen, was die Ernährungswissenschaft heute erklärt.
Ich empfehle außerdem: Wie man hochwertiges Olivenöl erkennt
Fettlösliche Vitamine und Carotinoide: warum sie Fett brauchen
Die Vitamine
A, D, E und K sind fettlöslich, das heißt, sie benötigen
Fett, um sich zu lösen und aufgenommen zu werden. Gleiches gilt für viele
Carotinoide, wie Beta‑Carotin der Karotte oder Lycopin der Tomate.
Vereinfacht gesagt: Wenn du einen Salat aus Karotte, Spinat und Tomate ohne Fett isst, gelingt ein großer Teil dieser Pigmente und Vitamine
nicht in den Blutkreislauf. Sie bleiben in der „Matrix“ des Lebensmittels gefangen und werden schließlich ausgeschieden.
Die „Matrix“ ist die physikalische Struktur des Lebensmittels, gebildet aus Ballaststoffen, Proteinen und Kohlenhydraten. Solange diese Struktur nicht aufgebrochen und die Vitamine nicht freigesetzt sind, kann der Darm nicht darauf zugreifen. In Vorträgen zur Ernährungsbildung benutze ich oft ein einfaches Beispiel: ganze Maiskörner, die unverändert im Stuhl erscheinen. Sie enthalten Ballaststoffe, Proteine, Vitamine und Kalium, aber wenn sie nicht gut gekaut werden,
passieren sie praktisch unverändert den Verdauungstrakt.
Sind sie erst freigesetzt, benötigen fettlösliche Vitamine einen besonderen Transport. In Gegenwart von Fetten und Galle bildet der Körper winzige Strukturen, die
Micellen genannt werden, welche diese Vitamine einkapseln und zu den Zellen des Dünndarms transportieren, wo sie ins Blut übergehen können. Ohne diese fetthaltige Micelle:
• Löst es sich nicht gut in der wässrigen Umgebung des Darms
• Erreicht es nicht die Resorptionszellen
• Geht es im Stuhl verloren
Deshalb ist es so wichtig, Gemüse mit
qualitativ hochwertigen Fettquellen zu begleiten. Einige praktische Beispiele:
• Blattgemüse mit extra nativem Olivenöl
• Geriebene Karotte mit Avocado oder Chiasamen
• Sanft gekochte, zerdrückte Tomaten mit Olivenöl
• Smoothies aus Obst und Gemüse mit etwas Joghurt, Kefir oder angereicherter Pflanzenmilch
In zahlreichen klinischen Verlaufsuntersuchungen zeigt sich durch diese einfachen Anpassungen eine Verbesserung von Parametern wie Vitamin D und Beta‑Carotin, ohne dass sofort Supplemente nötig sind.
Schwarzer Pfeffer: vom Symbol des Reichtums zum Nährstoffverstärker
Schwarzer Pfeffer war in der Antike so wertvoll, dass er sogar als Zahlungsmittel verwendet wurde. Heute ist er in fast jeder Küche der Welt zu finden, doch selten denkt man an ihn als mehr als ein Gewürz. Die moderne Wissenschaft hat jedoch gezeigt, dass sein Nutzen weit über den Geschmack hinausgeht.
Dieses Gewürz enthält eine aktive Verbindung, das
Piperin, das die Fähigkeit hat,
die Aufnahme von Vitaminen und anderen Nährstoffen zu begünstigen. Es wirkt, indem es bestimmte zelluläre „Transporter“ beeinflusst, die sonst Teile dessen, was der Darm aufnimmt, wieder nach außen befördern. Indem es diese Ausscheidungssysteme teilweise blockiert, ermöglicht es, dass
ein größerer Anteil an Vitaminen und Carotinoiden tatsächlich in den Blutkreislauf gelangt.
In Workshops für gesundes Kochen mache ich häufig folgendes Experiment:
Ich bitte die Teilnehmenden, eine Kürbiscremesuppe mit und ohne schwarzen Pfeffer sowie mit und ohne etwas Olivenöl zu probieren. Neben der Übereinstimmung, dass die Version mit Gewürzen und Öl schmackhafter und sättigender ist, erklären wir, dass diese Kombination:
• Die Carotinoide aus dem Kürbisfleisch besser freisetzt
• Durch das Fett die Bildung von Micellen verstärkt
• Dank des Piperins mehr potenzielle Vitamin‑A‑Menge zur Aufnahme bringt
Es ist kein Zufall, dass traditionelle Getränke wie die asiatische „goldene Milch“
Milch, Kurkuma, schwarzen Pfeffer und Fett mischen. Diese Kombination wurde über Jahrhunderte zur Förderung der Vitalität und Stärkung des Immunsystems verwendet, und heute weiß man, dass schwarzer Pfeffer auch die Bioverfügbarkeit von Curcumin, dem Wirkstoff der Kurkuma, erhöht.
Die Rolle gesunder Öle in Salaten und pflanzlichen Gerichten
Nicht alle Fette wirken gleich, wenn es darum geht, die Aufnahme von Carotinoiden und Vitaminen zu verbessern. Jüngste Studien zeigen, dass die
Art des Öls die Größe und Eigenschaften der während der Verdauung entstehenden Micellen und Nanopartikel beeinflusst.
Das
extra native Olivenöl fördert beispielsweise die Bildung von Strukturen, die
die Aufnahme von Carotinoiden deutlich verbessern. Dagegen können bestimmte kurzkettige oder mittelkettige Fette Micellen bilden, die zu klein sind oder eine Zusammensetzung haben, die weniger effektiv ist, diese Pigmente zu transportieren.
In der Beratung von Menschen mit überwiegend pflanzenbasierter Ernährung ist eine der zentralen Empfehlungen:
• Extra natives Olivenöl als Hauptfett zum Anrichten und schonenden Kochen verwenden
• Es mit Nüssen wie Walnüssen oder Mandeln in Salaten kombinieren
• Gemahlene Samen (Lein, Sesam, Chia) über Gemüse und Cremes streuen
• Mehrmals pro Woche Avocado in Gemüsegerichte einbauen
Ein bemerkenswerter Befund der Lebensmittelwissenschaft ist, dass bei Angeboten von Spinat-, Karotten‑ und Tomatensalaten:
• Ohne fetthaltiges Dressing kaum Carotinoide im Blut nach der Mahlzeit nachweisbar sind
• Mit einem Dressing aus kleinen Fetttröpfchen die Menge der aufgenommenen Carotinoide deutlich ansteigt
Zudem werden
Nanopartikel aus pflanzlichen Proteinen oder Fett‑Emulsionen entwickelt, um Vitamine wie D oder Beta‑Carotin zu verkapseln. In Experimenten erhöhte diese Strategie den verfügbaren Vitamin‑A‑Spiegel im Blut nach Einnahme von Beta‑Carotin‑Supplementen in solchen Emulsionen um etwa zwanzig Prozent.
Auch wenn sich diese Technologien noch konsolidieren, bleibt die praktischste Regel für den Alltag einfach:
iss kein buntes Gemüsegericht ohne mindestens eine kleine Quelle gesunden Fetts.
Wo du Olivenöl zu Hause NICHT aufbewahren solltest Wenn die Aufnahme versagt: Malabsorption, Stress und Darmgesundheit
Nicht alle Menschen nehmen Nährstoffe gleich effizient auf. Es gibt klinische Situationen, in denen der Darm Schwierigkeiten hat, Vitamine zu verwerten, selbst wenn die Ernährung korrekt ist. Zu den häufigsten Ursachen für
Malabsorption gehören:
• Zöliakie
• Chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
• Chronische Pankreatitis
• Lebererkrankungen, die die Gallenproduktion erschweren
• Vorherige Operationen am Verdauungstrakt
Unter diesen Umständen produziert der Körper weniger Verdauungsenzyme oder weniger Galle, was die Fettverdauung und damit die Aufnahme der Vitamine A, D, E und K beeinträchtigt. Bei Patienten mit diesen Erkrankungen ist oft der Rückgriff auf
spezifische Nahrungsergänzungen erforderlich, häufig in Formulierungen, die besser aufgenommen werden.
Gleichzeitig erinnern Präventivmediziner wie JoAnn Manson daran, dass in der Allgemeinbevölkerung
eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung in der Regel ausreicht, um den Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen zu decken, ohne universell auf Supplemente angewiesen zu sein.
Aus Sicht der Gesundheitspsychologie spielen auch
chronischer Stress, schlechter Schlaf und eine veränderte Mikrobiota eine Rolle. Ich sehe in der Beratung immer wieder, dass Menschen mit hohem Stressniveau, hastigen Mahlzeiten und schlechter Kauqualität mehr Verdauungsbeschwerden und einen schlechteren Ernährungszustand haben, obwohl sie theoretisch „gut essen“. Einige Schlüssel, an denen ich mit ihnen arbeite:
• Ohne Bildschirme und mit Achtsamkeit essen
• Kauen, bis die Textur fast cremig ist, bevor man schluckt
• Mehr oder weniger regelmäßige Essenszeiten einhalten
• Auf Schlaf und Erholung achten
Es reicht nicht, nur gute Lebensmittel auszuwählen. Es ist nötig,
physische und emotionale Bedingungen zu schaffen, damit der Körper sie in Energie, Abwehrkräfte und Reparaturgewebe umwandeln kann.
Praktische Tipps, um Nährstoffe jeden Tag besser zu nutzen
Zum Abschluss einige einfache Strategien, basierend auf Evidenz und klinischer Erfahrung, die helfen, die Aufnahme fettlöslicher Vitamine und Carotinoide im Alltag zu verbessern:
• Begleite grüne Blattsalate immer mit einer Quelle gesunden Fetts
Praktisches Beispiel: extra natives Olivenöl, Avocado oder eine Handvoll Nüsse
• Streue frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer über carotinoidreiche Gerichte
Ideal bei: Kürbiscremesuppen, Pfannengerichten mit orangefarbenem Gemüse, Gerichten mit Kurkuma
• Scheue dich nicht vor einer kleinen Fettmenge beim Frühstück, wenn es Obst und Gemüse enthält
Zum Beispiel: Vollkorntoast mit Avocado und Tomate oder Naturjoghurt mit Obst und Samen
• Koche einige Gemüsesorten sanft
Ein leichtes Ansengen von Karotte oder Tomate mit Olivenöl verbessert die Freisetzung von Carotinoiden gegenüber ausschließlichem Rohverzehr
• Achte auf Anzeichen möglicher Malabsorption
Ungewollter Gewichtsverlust, sehr fetthaltiger oder schwimmender Stuhl, anhaltende Müdigkeit oder vitaminielle Defizite im Blutbild rechtfertigen eine Abklärung durch Fachpersonal
• Erinnere dich an die Bedeutung des Kauens
Besonders bei Lebensmitteln mit widerstandsfähiger Hülle wie Mais, einigen Körnern und bestimmten Hülsenfrüchten
In motivierenden Vorträgen fasse ich es so zusammen:
es kommt nicht nur darauf an, was du isst, sondern darauf, was dein Körper zu nutzen vermag. Ein Spritzer Olivenöl, eine Prise schwarzer Pfeffer, besseres Kauen und eine ruhigere Essumgebung können dein Gemüsegericht in ein natürliches „Supplement“ für deine Zellen verwandeln.
Wenn du diese kleinen Entscheidungen mit einer Ernährung reich an Gemüse, Hülsenfrüchten und wenig verarbeiteten Lebensmitteln kombinierst, nutzt du die Wissenschaft zu deinem Vorteil, um aus jedem Bissen das Maximum herauszuholen.
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